Julia Klöckner MdL:

Liebe Freunde!

Das kann man so machen, wie die FDP es tat, einfach aufstehen und gehen, so muss man sich aber nicht unbedingt verhalten. Das sah nach gut vorbereiteter Spontanität aus. Wir standen kurz vor einer Einigung. Aber wir gehen weiter respektvoll mit allen um und respektieren die Entscheidung. Stil hätte es gehabt, wenn alle Parteivorsitzenden gemeinsam den Abbruch hätten verkünden können. Wer vier Wochen zusammensaß, sollte auch mit Stil auseinander gehen.

Wir Christdemokraten tun alles, um unser Land zusammen zu halten. Es kommt keine einfache Zeit auf unser Land zu, denn weiterhin ist unsere Verlässlichkeit in Europa und in der Welt gefragt. Im Übrigen kann sich auch die SPD nicht ihrer staatspolitischen Verantwortung entziehen - auch sie muss sich fragen, ob sie sich weiter verweigert und eine Instabilität des Landes in Kauf nimmt. Ich kann die Bürger verstehen, die über das Geschehene nur den Kopf schütteln. Das Bündnis hätte mit etwas mehr gutem Willen gelingen können.

Im Übrigen hat die FDP in Rheinland-Pfalz der SPD und den Grünen Dinge in der Koalition zugestanden, z. B. in der Flüchtlingspolitik, die im Bund nicht annähernd hätten geschluckt werden müssen. Natürlich sind die Grünen - gerade in ihrer Verhandlungsführung - speziell. Aber der Zustand, den wir jetzt haben, ist es auch.

Die Kanzlerin wird heute den Bundespräsidenten kontaktieren.

Herzliche Grüße,

Ihre/Eure Julia Klöckner