„CDU im Dialog“: Diesmal zu Gast im Einrich

Eine lebendige Gesellschaft lebt vom regen Austausch miteinander. Aus diesem Grund hat die CDU-Kreistagsfraktion in 2014 „CDU im Dialog“ ins Leben gerufen, um regelmäßig - auch außerhalb von Wahlkampfzeiten - mit Bürgern und Vertretern verschiedener Institutionen ins Gespräch zu kommen.
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Vorsitzender Matthias Lammert (MdL) und die beiden Stellvertreter Günter Groß und Udo Rau luden diesmal nach Katzenelnbogen ein. Unter dem Titel „Kollaps in den Städten – Leerstände in den Dörfern! Was läuft hier falsch?“ stand die jüngste Veranstaltung der „CDU im Dialog“-Reihe in der Verbandsgemeinde Katzenelnbogen. Unter der Moderation von Alexander Lorch (Ortsbürgermeister von Eisighofen und Beigeordneter der VG Katzenelnbogen) diskutierten der Katzenelnbogener Stadtbürgermeister Horst Klöppel, der CDU-Gemeindeverbandvorsitzende Eckhard Freund, der Unternehmer Peter Maxeiner und Landtagsabgeordneter Matthias Lammert mit dem Publikum.   Horst Klöppel erläuterte die aus seiner Sicht aktuellen Herausforderungen, mit denen sich Gemeinden im ländlichen Raum auseinandersetzen müssen an Hand von aktuellen Beispielen: Leerstände im Wohnungsmarkt, deren Vermarktung oft an Dingen wie Denkmalschutz scheitere. Während in Ballungsräumen Wohnungen Mangelware seien, stünden sie auf dem Land häufig zur Verfügung, können aber dennoch nicht angeboten werden. Ein weiteres Problem ist nach Ansicht des Stadtchefs die Infrastruktur: der Ausbau der Bäderstraße, die nicht vorhandene Rheinbrücke, die zu langsame Internetanbindung. Klöppel meint, dass ohne finanzielle Hilfe von außen der ländliche Raum keine Chance habe. Einen anderen Blick hatte Unternehmer Peter Maxeiner. Der Firmenchef der Firma THORN Gestaltender Metallbau GmbH & Co. KG in Katzenelnbogen, dessen Firma Komplettlösungen für den Schlosserei- und Metallbaubereich anbietet, hielt ein flammendes Plädoyer für seinen Standort inmitten des Rhein-Lahn-Kreises, in dem zwischenzeitlich über 40 Vollzeitkräfte beschäftigt sind. Daneben wird ein weiterer Standort in Erfurt unterhalten. Er berichtete davon, wie er seinerzeit investiert hat und aus seinem eigenen familiären Umfeld, das ihn dazu veranlasst hat, sich im Bereich „Schule“ zu engagieren. Er wies darauf hin, dass er als Firmenchef Sorge habe, künftig Arbeitsstellen nicht mehr besetzen zu können. Um dem entgegenzuwirken habe er sogar „Headhunter“ (Personalberater, die Führungskräfte suchen) engagiert. Peter Maxeiner sprach ebenfalls Defizite in der vorhandenen Infrastruktur an, wobei er den Ausbau der momentan schlecht ausgebauten Datenautobahn für die größte Herausforderung hält. Eckhard Freund, IT-Profi und selbst Pendler, berichtete ebenfalls zunächst von seiner Situation: er pendelt er seit vielen Jahren zu seiner Arbeitsstelle. Dies mache er aber deshalb gerne, weil er bewusst seinen Wohnort dort gewählt habe, wo das Leben lebenswert ist: im ländlichen Raum. Dennoch wies er darauf hin, dass er – wie 60 % aller Pendler – die Gesundheit durch das Pendeln aufs Spiel setzt. Wer täglich in den Großraum Frankfurt reinfahre, der weiß, was Stress bedeutet, so der CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende.  Politprofi Matthias Lammert konnte aus seinen Erfahrungen berichten und den Bemühungen der Politik, den ländlichen Raum zu stärken, was allerdings alles andere als einfach sei. In der Diskussion mit dem Publikum wurden dann auch weitere Themen  angerissen: so z.B. das Thema Bildung, das dazu führe, dass Menschen zunächst einmal versuchen, ihre berufliche Erfüllung außerhalb des Wohnortes, in dem sie aufgewachsen sind, zu finden. Diese Menschen gelte es, zurückzugewinnen und ihnen Perspektiven zu bieten, war das Credo von Unternehmer Maxeiner. Die jüngste Anwesende – Lena Lorch – sagte, was ihr fehle: nämlich Freizeitmöglichkeiten vor Ort. Und wenn sie sich dann mit ihren Freundinnen aus der Schule treffen wolle, müsse sie mindestens eine halbe Stunde lang mit dem Auto fahren – in der Großstadt wäre das zwar nicht viel anders, aber dort gäbe es einen funktionierenden ÖPNV, der auf dem Land in der Regel eben fehle.

Nach einer lebhaften Diskussion bedankte sich der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Günter Groß, sehr herzlich bei allen Diskutanten und den anwesenden Gästen für den regen Austausch und stellte mehrere Gemeinsamkeiten fest: so leben wir alle in einer der schönsten Gegenden Deutschlands und arbeiten dort, wo andere Urlaub machen. Dennoch müssen wir unsere Stärken und all das, was wir haben und können, besser vermarkten.

Die nächste CDU-im-Dialog-Veranstaltung findet in der Verbandsgemeinde Diez am 27. November statt.