CDU im Dialog: "Wer kümmert sich um Opfer von Straftaten? Weißer Ring gibt Antwort!"

Wer kümmert sich um die Opfer von Straftaten? weisser ringDiese Frage stand im Mittelpunkt einer Veranstaltung des CDU-Kreisverbandes und der Kreistagsfraktion im Rahmen der monatlichen Reihe „CDU im Dialog“. In der Niederwallmenacher „Goldenen Sonne“ stellte Kreisvorsitzender Matthias Lammert, MdL Hanno Kneib aus Kasdorf als Außenstellenleiter des „Weißen Rings“ vor und dankte Bürgermeister Jens Güllering für die Organisation dieser nunmehr 12. Tagung seit Juli 2014.
Man habe bereits eine stattliche Reihe aktueller Fragen angesprochen und die Arbeit des Weißen Rings scheine ihm noch nicht ausreichend bekannt, so Lammert als Mitglied des Kuratoriums der Stiftung Opferschutz auf Landesebene. Hanno Kneib stellte sich als Außenstellenleiter im Rhein-Lahn-Kreis vor, der von seiner Amtsvorgängerin Margot Binder aus Nastätten geworben wurde. Wie alle ehrenamtlichen Mitarbeiter schulte ihn der Weiße Ring in Fachseminaren für seine Aufgaben. Kneip zeigte zunächst einen neuen Kurzfilm über den Rhein-Lahn-Kreis, der zwar landschaftlich wunderschön, doch keineswegs vor Straftaten gefeit sei. Ein anschließender Film befasste sich mit  verschiedenen Delikten und man erfuhr, dass in der BRD jährlich 1400 Fälle des Missbrauchs Jugendlicher angezeigt werden und drei Kinder durch häusliche Gewalt sterben müssen. Jede vierte Frau in Deutschland war schon ein Opfer von Gewalt, was das Beispiel einer Vergewaltigung mittels k.o.-Tropfen eindringlich vorstellte. Gerade hier ist eine umgehende Beweissicherung dringend erforderlich, um die Täter zu überführen. Es gebe ein Opfertelefon, denn: „So lange Opfer schweigen, können Täter agieren.“

Im Rhein-Lahn-Kreis komme zurzeit „häusliche Gewalt“ gehäuft vor, während es im Vorjahr noch der Missbrauch von Kindern war. „Wir leben hier nicht auf einer Insel der Glückseligkeit“, stellte stellvertretender Fraktionsvorsitzender Günter Groß fest und wollte wissen, wie man an Hilfe komme. Hanno Kneib beklagte die immer noch hohe Dunkelzimmer bei diesen Delikten. Deshalb sei Öffentlichkeitsarbeit so wichtig. Der Weiße Ring habe regelmäßig einen Info-Stand auf dem Nastätter Bauernmarkt. Mitglieder und Interessenten treffen sich regelmäßig am ersten Donnerstag eines Monats im Nastätter „La Gondola“. Die Organisation zähle zurzeit 14 geschulte Mitarbeiter im Kreisgebiet, die Opfer grundsätzlich zu zweit aufsuchen. Jährlich zähle man im Kreisgebiet etwa neunzig Opferfälle. Jede Hilfe sei kostenlos, deshalb suche man dringend neue Mitglieder zur Finanzierung der vielfältigen Aufgaben.

Wie in dem lebhaften Meinungsaustausch zu erfahren war, geschieht alle vier Minuten ein Einbruch in Deutschland. Die Aufklärungsquote sei leider niedrig, die Opfer häufig behandlungsbedürftig. Der Weiße Ring wurde1976 gegründet, unter anderen von Eduard Zimmermann („Aktenzeichen XY“), „weil Opfer keine Lobby hatten und sich alles um die Täter drehte“. Rund 50 000 Mitglieder unterstützen inzwischen die ehrenamtliche Arbeit. Hinzu kommen Spenden, testamentarische Zuwendungen und Bußgeldzuweisungen. Kneib schilderte einen Doppelmord in Diez, bei dem zwei unmündige Kinder zurückblieben und der Täter aus der Justizvollzugsanstalt heraus die Nerven der Großeltern strapaziert. MdL Lammert wurde in dieser Sache tätig und erläuterte, warum eine Verlegung des Mörders bisher nicht gelang.

In seinem Schlusswort plädierte Günter Groß für die Unterstützung des Weißen Rings und seiner Mitarbeiter. Opfer sollten sich nicht scheuen, hier fachkundige Hilfe zu suchen.  (wo)