Terrorismusexperte Rolf Tophoven sprach in Koblenz

Rolf-Tophoven-Koblenz-2015„Ein Netzwerk von Netzwerken“ – Terrorismusexperte Rolf Tophoven sprach in Koblenz über die Herausforderungen durch den islamistischen Terrorismus

Gemeinsame Veranstaltung der CDU Kreisverbände Koblenz, Rhein-Lahn und Mayen-Koblenz zur Inneren Sicherheit

„Es geht nicht darum, Ängste zu schüren, sondern darum, in aller Ruhe zu überlegen, was man tun kann,“ fasste der CDU-Kreisvorsitzende Rhein-Lahn und Landtagsabgeordnete Matthias Lammert die Intention des Vortragsabends mit dem Terrorismusexperten Rolf Tophoven zusammen, zu dem er gemeinsam mit den Kreisverbänden Koblenz und Mayen-Koblenz eingeladen hatte.

Die Veranstaltung zum Thema „Bin Laden ist tot – al-Qaida/IS lebt. Die Herausforderungen durch den islamistischen Terrorismus“ stellte im nördlichen Rheinland-Pfalz den Höhepunkt der von der CDU-Landtagsfraktion alljährlich ausgerufenen „Woche der Inneren Sicherheit“ dar, die von Lammert federführend organisiert wird.


Nachdem sein Koblenzer Fraktionskollege Andreas Biebricher als Vorsitzender des gastgebenden Kreisverbandes rund 80 interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer in der Koblenzer Brauerei willkommen geheißen und in das Thema eingeführt hatte, erlebten diese von Rolf Tophoven eine spannende Analyse der aktuellen Bedrohungslage durch den islamistischen Terrorismus.

Laut dem Leiter des Essener Instituts für Terrorismusforschung und Sicherheitspolitik ziehe sich ein regelrechter Gürtel des Terrors von Zentralasien über den Nahen Osten bis nach Afrika. Insbesondere sogenannte gescheiterte Staaten erwiesen sich als Rekrutierungsfelder für den islamistischen Dschihadismus, der dezentral als ein „Netzwerk von Netzwerken“ organisiert sei. Aber auch von sogenannten in westlichen Staaten aufgewachsenen „Homegrown Terrorists“, die sich durch Hassprediger und über das Internet – laut Tophoven die „Universität des Dschihads“ – radikalisiert hätten, gehe eine erhebliche Gefahr aus, wie nicht zuletzt an den Anschlägen von Paris im Januar dieses Jahres zu sehen gewesen sei.

Gleiches gelte für Heimkehrer, die zuvor in Terrorcamps ausgebildet worden seien und teilweise in Krisengebieten und Kampferfahrung gesammelt hätten. Gegenwärtig gingen die Sicherheitsbehörden alleine in den Reihen des sogenannten „Islamischen Staates“ von rund 3.000 Europäern aus. „Diese Zahlen sind alarmierend“, so Tophoven, der darauf hinwies, dass sich unter den rund 28.000 Islamisten in Deutschland ca. 3.500 Dschihadisten befänden, von denen zehn Prozent ausgebildete Kämpfer seien. Auch wenn man hierzulande bislang an die zehn Anschläge habe verhindern können, zeige beispielsweise das Attentat am Frankfurter Flughafen 2011, bei dem zwei US-Soldaten ermordet wurden, dass es keine absolute Sicherheit gebe. Im Anschluss an die Ausführungen schloss sich eine ausgiebige von Matthias Lammert geleitete Diskussion an. Die zahlreichen an Rolf Tophoven gerichteten Fragen zeugten sowohl vom großen Interesse am Thema als auch von der weitverbreiteten Verunsicherung über die gegenwärtige Sicherheitslage.

„Der Abend und insbesondere die rege Diskussion haben gezeigt, wie sehr das Thema der Inneren Sicherheit den Menschen unter den Nägeln brennt. Die CDU-Landtagsfraktion wird diesem daher weiter verstärkt Aufmerksamkeit schenken“, stellte Andreas Biebricher abschließend fest.

Rolf Tophoven Koblenz 2015

Matthias Lammert, MdL, Rolf Tophoven und Andreas Biebricher, MdL