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89. „CDU-im-Dialog“-Veranstaltung setzte sich kritisch mit Subventionen und Bürokratie auseinander

Freiraum für Entwicklung: Zu starke Regulierung bremst wichtige Innovationen im Weinanbau ab

Dörscheid/Rhein-Lahn. Rund um aktuelle Herausforderungen für den Weinanbau ging es bei der jüngsten „CDU im Dialog“-Veranstaltung, zu der der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion Jens Güllering und seine Stellvertreter Udo Rau sowie Günter Groß nach Dörscheid zur „Fetz Weine GmbH“ eingeladen hatte.

DIA Loreley

Jens Güllering, der auch Verbandsbürgermeister von Nastätten ist, begrüßte die Besucher, zu denen auch der CDU-Ortsvorsitzende von Kamp-Bornhofen Hartmut Hülser, der Fraktionsvorsitzende im VG-Rat Loreley Gerhard Böhm sowie weitere CDU-Mitglieder zählten.

Nach einer leckeren Kostprobe vom Wein für die Gäste berichtete Hein-Uwe Fetz, Vize-Präsident des Deutschen Weinbauverbandes, über aktuelle Veränderungen und Probleme im Weinbau: Nach gewaltigen Eingriffen durch Flurbereinigungen in den 70ern stehe nun eine zweite „Zeitenwende“ im Weinanbau bevor. Man erwarte enorme Umwälzungen, denn der Klimawandel sei deutlich zu spüren und mache Reformen sowie Innovationen - beispielsweise durch neue Maschinen - notwendig. Die Umstände der Lese würden zunehmend schwieriger.

Ein weiteres Problem, das den Weinbau gefährde, sei die Abhängigkeit der Weinbauern von EU-Subventionen: Sie hätten zwar Wein und andere Lebensmittel für den Verbraucher günstig gemacht, gleichzeitig aber auch starke Abhängigkeiten geschaffen. Wichtige Innovationen seien versäumt worden. Hein-Uwe Fetz kritisierte auch die starke Überregulierung der Weinwirtschaft durch Richtlinien aus Brüssel und Berlin als weitere Folge von zu vielen Subventionen. Im Bereich der Nachhaltigkeit erklärte er als Beispiel, dass es mittlerweile möglich sei, große Mengen von Düngemitteln und Insektenschutzmitteln durch neue, nachhaltigere Techniken zu vermeiden.

Die jetzt angestoßenen Regulierungen seien jedoch „zu schnell, zu undurchdacht“ und würden vielen Weinbauern Probleme bereiten. „Es werden die Schritte 2 und 3 übersprungen“, betonte er. Die Weinbauern seien nicht gegen Nachhaltigkeit, wie teilweise kolportiert werde, aber ein durchdachter Übergang sei notwendig. Dazu verglich er die Gesamtsituation mit einer Maschine mit drei ineinander verketteten Zahnrädern: ein ökologisches, ein soziales und ein ökonomisches. Nachhaltigkeit, soziale Verantwortlichkeit und unternehmerischer Erfolg seien als Einheit zu denken. „Wenn nun das Zahnrädchen ‚Nachhaltigkeit‘ zu schnell dreht, kommen die anderen nicht mehr mit“ –am Ende stehe die ganze Maschinerie still.

Die Politik, so unterstrich Fetz, müsse insbesondere „jungen, innovativen“ Winzern Freiraum für Weiterentwicklung lassen, statt durch zu viel Bürokratie und Regulierung der Weinwirtschaft zu schaden. Entscheidend für ihn seien heutzutage „Initiative, Arbeitsbereitschaft, Leistungsbereitschaft und Innovation“. All das sei vorhanden, müsse sich aber entfalten können.

Ansonsten brauche es – insbesondere im Mittelrheintal – eine erfolgreiche Verknüpfung von Weinwirtschaft, Gastronomie und Tourismus – das sei über die letzten Jahrzehnte vernachlässigt worden. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass hier die Politik eingreifen und mehr unterstützen muss – insbesondere mit Blick auf die Buga 2029 im Mittelrheintal, für die, wie auch Jens Güllering anmerkte, Infrastruktur fehle.

Jens Güllering und Udo Rau dankten in ihren abschließenden Statements Heinz-Uwe Fetz für die interessanten Einblicke.

Eine lebendige Gesellschaft lebt vom regen Austausch miteinander. Aus diesem Grund führt die CDU-Kreistagsfraktion seit einigen Jahren die Veranstaltungsreihe „CDU im Dialog“ durch, um regelmäßig - auch außerhalb von Wahlkampfzeiten - mit Bürgern und Vertretern verschiedener Institutionen ins Gespräch zu kommen. Der nächste Dialog ist bereits für November in Planung.


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