Klausurtagung im Gemeindeverband Nastätten

Zu einer Klausurtagung hatte Vorsitzender Andreas Müller alle Mitglieder des Gemeindeverbands Nastätten ins Gasthaus „Römerkastell“ eingeladen. Er freute sich über die rege Teilnahme und dankte dem Vorbereitungsteam um Lothar Bindczeck. Gleich nach einem auflockernden „Stehkaffee“ ergriff Kreisvorsitzender Matthias Lammert, MdL das Wort und dankte der CDU Nastätten für ein erfolgreiches Miteinander im vergangenen Jahr. Um den Gemeinden mehr finanziellen Spielraum zu schaffen, klage der CDU-Landesverband zurzeit vor dem Verfassungsgerichtshof gegen den kommunalen Finanzausgleich der Landesregierung. Dann informierte er über die auch über Rheinland-Pfalz hereinbrechende Flüchtlingswelle. Der Verbandsgemeinde Nastätten wurden zunächst 50 Personen zugewiesen. Die Landesvorsitzende Julia Klöckner habe die Beteiligten zu einem „Flüchtlingsgipfel“ aufgerufen, der überparteilich nach Lösungen suchen soll.

Lothar Bindczeck stellte sodann ein Konzept vor für drei Arbeitsgruppen mit unterschiedlichen aktuellen Themenkreisen. Seine befasste sich mit der Hausarztversorgung im ländlichen Raum. Trotz augenblicklicher „Überversorgung“ sei schon recht bald mit einem beängstigenden Engpass an Allgemeinmedizinern zu rechnen, wobei die „unsinnige Budgetierung“ durch die Ersatzkassen gewiss eine Rolle spiele. Die heimische Ärzteschaft stehe diesem vorhersehbaren Dilemma nicht untätig gegenüber. Zu empfehlen sei ein „runder Tisch“ mit allen Beteiligten, natürlich auch mit dem Krankenhaus. Auf dem Lande könnten medizinische Versorgungszentren für Abhilfe schaffen, während man der Einzelpraxis wenig Zukunftschancen einräumte.
Beigeordneter Martin Güllering wollte sich in einem Arbeitskreis mit dem demographischen Wandel befassen und mit Möglichkeiten, Gemeinden attraktiver zu gestalten. Die innerörtliche Entwicklung, Leerstandskataster, Infrastruktur und Verkehrserschließung, der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) und Möglichkeiten der Freizeitgestaltung wurden lebhaft erörtert, wobei man die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements der Bürger besonders unterstrich. Dabei sei es sehr wichtig, alle Einwohner über die gegebenen Möglichkeiten vor Ort zu informierten.
„Energie – Windkraft und sonst nichts?“ war das etwas provokante Thema, das Bürgermeister Jens Güllering vorstellte. Diese Arbeitsgruppe befasste sich mit der Erstellung einer Energiebilanz, um Defizite zu ermitteln. In der Frage der Energieersparnis gehen die Verbandsgemeinde und ihre Werke bereits mit gutem Beispiel voran, doch müsse man auch etwa den Einsatz von Elektrofahrzeugen in Erwägung ziehen. Sodann untersuchte man die Nutzung der Windenergie, die Chancen der Solarenergieversorgung und die Möglichkeiten, Biomassen wie etwa auch Klärschlamm und Grünschnitt nutzbringend zu verwenden.
Nastätten Klausurtagung
Nach den „Hausaufgaben“ blieb nach dem gemeinsamen Mittagessen noch Zeit, ein weiteres aktuelles Thema anzuschneiden: der künftige Zuschnitt der Verbandsgemeinde Nastätten. Dabei wurde deutlich, dass eine Fusion mit benachbarten Verbandsgemeinden zurzeit nicht sinnvoll scheint. Dies gelte nicht für einzelne Ortsgemeinden, die sich Nastätten anschließen möchten. Denn, so Jens Güllering: „Auch wir verlieren Einwohner.“ Zur Nachbereitung dieser Tagung soll eine gemeinsame Sitzung von Verbandsgemeinderatsfraktion und VG-Vorstand dienen. Fraktionsvorsitzender Norbert Hißnauer fände es schade, wenn gute Anregungen verpuffen. Und in seinem Schlusswort nach dem abschließenden Kaffeetrinken freute sich auch Vorsitzender Andreas Müller, dass so viele Denkanstöße verwendbar seien.