CDU im Dialog: Jagd im Spiegel der Gesellschaft

cdu im dialogVorsitzender Matthias Lammert (MdL) und die beiden Stellvertreter Günter Groß und Udo Rau luden diesmal in das Hotel Wilhelm von Nassau in Diez ein. Unter dem Titel „Die Jagd im Spiegel der Gesellschaft“ stand die Veranstaltung der „CDU im Dialog“-Reihe in Diez. Der bis auf den letzten Platz besetzte Klubsaal war eine Bestätigung für das allgemeine öffentliche Interesse an dem vielfach kontrovers diskutierten Thema. Als Referenten vom Fach konnte der Kreisvorsitzende Matthias Lammert (MdL) den Leiter der Kreisgruppe Rhein-Lahn im Landesjagdverband Rheinland-Pfalz, Werner Dittmar aus Holzheim, begrüßen. „Die Jagd gehört zu den Themen, die immer wieder die Gemüter erregen“, eröffnete Dittmar seinen Beitrag mit dem Hinweis auf die zu Teil emotionale und kontroverse Bewertung der Jägerei in unserer Gesellschaft. Für den einen gelten Jäger als blutrünstige Menschen, die gerne möglichst viele in der freien Natur lebende Tiere gezielt  töten, für andere dagegen sind Jäger – mit Hinweis auf zunehmende Wildschäden - nicht in der Lage die Zielvorgaben der jeweils beschlossenen Mindestabschusspläne zu erfüllen.

Besonderen Wert legte der Vorsitzende der Kreis-Jagdgruppe auf die Feststellung, dass die Jäger mit ihrem Landes- und Bundesverband zu den gesetzlich anerkannten Naturschützern zählen.Ziel sei es, den Kreislauf von Flora und Fauna für die nachfolgenden Generationen zu erhalten. „Jagen heißt, nachhaltig die Natur nutzen“ betonte der Referent. Dabei konnte er insbesondere auf die sehr erfolgreiche Initiative mit der mobilen „Erlebnisschule Wald und Wild“ verweisen, mit der rund 30 eigens geschulte Jäger im Rhein-Lahn-Kreis ehrenamtlich dazu beitragen, vor allem Kinder ab dem Vorschulalter für die Erhaltung des Gleichgewichtes der Umwelt zu begeistern. Mit dieser Kreisgruppe sei der Rhein-Lahn-Kreis die einzige in Rheinland-Pfalz, die über ein eigenes Fahrzeug und solche Möglichkeiten verfüge. Werner Dittmar erläuterte neben den verschiedenen Aufgaben auch ein paar wichtige Eckpunkte wie Waffenrecht und Jagdrecht in der Bundesrepublik. Auch die Größe der Jagdfläche (75.000 Hektar) sowie die 220 Reviere waren für die Besucher interessante Daten. Auf die finanzielle Bedeutung der Jagdpachteinnahmen wies der Vorsitzende der Kreisgruppe Rhein-Lahn ebenfalls hin: Kommunen und Eigenjagdbesitzern erhalten im Schnitt jährlich 15 Euro je Hektar. Ebenso zeigte Werner Dittmar die Herausforderungen und Probleme der Jäger auf wie z.B. das an den Rheinhängen vorkommende Muffelwild, das – so die amtliche Forderung - „gegen null gefahren werden müsse“. Udo Rau  - Bürgermeister der Verbandsgemeinde Nassau und selbst passionierter Jäger – konnte mit seinen Erfahrungen und Kenntnissen ebenfalls wichtige Impulse zur anschließenden Diskussion beisteuern.

Am Ende der Veranstaltung machte Werner Dittmar noch einmal einen kurzen Schlenker auf die aktuell geführte Diskussion und den Versuch, Luchse und Wölfe wieder in den heimischen Wäldern anzusiedeln. Vor allem die Tatsache, dass Wälder heute nicht mehr die Refugien der Vergangenheit sind, führe dazu, dass diese Wildtiere nicht den Ruhe- und Rückzugsraum hätten, den sie benötigen. Nach einer lebhaften Diskussion zu speziellen Fragen und Anregungen vieler Jäger bedankten sich die beiden stellvertretenden CDU-Fraktionsvorsitzenden im Kreistag, Günter Groß und Udo Rau, bei dem engagierten Referenten Werner Dittmar sehr herzlich. Günter Groß wies darauf hin, dass die nächste CDU-im Dialog Veranstaltung zum Thema „Forst“ stattfindet und die in der Diskussion angesprochen kritischen Standpunkte zwischen Forst und Jägerei auch dort angesprochen werden.

CDU im Dialog März 2017
Kreisgruppenleiter Werner Dittmar (stehend). Links daneben der stv. Fraktionsvorsitzender Du Rau, rechts daneben Matthias Lammert, MdL (CDU Kreis- und Fraktionsvorsitzender)  und der stv. Fraktionsvorsitzende Günter Groß